Pflanzenprofil

Myrrhenbaum

Commiphora myrrha (Nees) Engl.

Deutscher NameMyrrhenbaum
Botanischer NameCommiphora myrrha (Nees) Engl.
FamilieBurseraceae

Botanisches Profil

Hinweis zur Rohstoffidentität: Historisch wurden verschiedene Commiphora-Taxa mit Myrrhe in Verbindung gebracht; Quellenangaben sind im jeweiligen taxonomischen Kontext zu lesen.

Commiphora myrrha ist ein kleiner, dorniger Baum oder Strauch trockener Regionen am Horn von Afrika und auf der Arabischen Halbinsel. Die Pflanze besitzt eine dünne, teils abblätternde Rinde, kleine Blätter und bei Verletzung der Rinde austretendes aromatisches Gummiharz. Dieses Harz erhärtet an der Luft zu gelblich-braunen bis rötlich-braunen Stücken und bildet den klassischen Rohstoff Myrrhe. Rohstoffkundlich steht somit nicht das Holz oder die Rinde selbst, sondern das aus der Rinde austretende Exsudat im Mittelpunkt. Qualität und Identität hängen von botanischer Herkunft, Harzreinheit, Fremdharzanteil, Ernteweise, Sortierung und Lagerung ab.

Phytochemie

Myrrhe enthält Harzanteile, Gummipolysaccharide und ätherisches Öl. Die flüchtige Fraktion wird vor allem durch Sesquiterpene und furanosesquiterpenartige Komponenten geprägt. Die Harzfraktion enthält Terpenoide, Sterole, Bitterstoffe und phenolische Begleitstoffe, während der Gummianteil polysaccharidreich ist. Alkoholische Tinkturen, ätherische Öle, Pulver und gereinigte Harzfraktionen besitzen unterschiedliche Zusammensetzungen. Für die Qualitätsbewertung sind sensorische Identität, Ölanteil, Fremdharze, Asche, Lösungsmittel, mikrobiologische Qualität und chromatographische Muster bedeutsam.

Traditionelle Anwendungen

Myrrhe gehört zu den historisch bedeutendsten Harzrohstoffen des Alten Orients, Nordostafrikas, Arabiens und des Mittelmeerraums. Sie wurde als Räucherharz, Duftstoff, Bestandteil ritueller Praktiken, in Salben, Mundpflegezubereitungen und traditionellen Harzrezepturen genutzt. Handelswege verbanden ostafrikanische und arabische Herkunftsgebiete mit Ägypten, Griechenland, Rom und später Europa. Der bittere, balsamische und warm-harzige Charakter prägte ihre kulturelle Bedeutung.

Aktuelle Forschung

Aktuelle Forschung behandelt Harzchemie, ätherisches Öl, Sesquiterpene, antimikrobielle In-vitro-Modelle, entzündungsbezogene Testsysteme, Mundpflegekontexte, Authentizitätsprüfung und Qualitätskontrolle. Wichtig ist die Abgrenzung verschiedener Commiphora-Harze, da Handelsrohstoffe botanisch heterogen sein können. Studien zu Ölfraktionen, isolierten Harzbestandteilen oder alkoholischen Extrakten sind nicht unmittelbar auf Räucherharz, Pulver oder traditionelle Mischungen übertragbar.

Quellen

  • Plants of the World Online: Commiphora myrrha (Nees) Engl.; Royal Botanic Gardens, Kew.
  • EMA/HMPC-Dokumente zu Myrrha, gummi-resina.
  • Fachliteratur zu Commiphora-Harzen, Sesquiterpenen und Myrrhe-Qualität.

Hinweis

Die in diesem Pflanzenprofil dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus botanischen, phytochemischen, historischen und wissenschaftlichen Quellen zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Fachinformation und ersten Orientierung.

Die Inhalte stellen keine Zusicherung bestimmter Eigenschaften, Wirkungen, Qualitäten oder Einsatzmöglichkeiten von Produkten oder Extrakten dar. Insbesondere begründen sie keine Garantie, Eignungszusage oder Aussage zur Verkehrsfähigkeit, Zulässigkeit oder Verwendbarkeit in konkreten Anwendungen oder Märkten.

Die Beurteilung der Eignung eines Rohstoffs oder Extrakts für einen bestimmten Verwendungszweck sowie die Einhaltung aller geltenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen obliegen ausschließlich dem jeweiligen Verwender.