Botanisches Profil
Wasserdost ist eine europäische Feuchtstandortpflanze mit langer Dokumentation in Kräuterbüchern und pharmakognostischer Literatur.
Eupatorium cannabinum L. ist eine ausdauernde Staude mit kräftigen Stängeln, gegenständigen, meist drei- bis fünfteilig gefiederten Blättern und rosafarbenen bis purpurrosa Blütenständen. Die Art wächst an Ufern, Gräben, Feuchtwiesen, Auen, Quellbereichen und Hochstaudenfluren. Der Artname cannabinum verweist auf die hanfartig geteilten Blätter, ohne botanische Verwandtschaft zu Hanf. Pharmakognostisch wird Eupatorii herba beschrieben.
Phytochemie
Wasserdost enthält Sesquiterpenlactone wie Eupatoriopikrin, Flavonoide, Quercetin- und Kämpferolderivate, Phenolsäuren, Gerbstoffe, Triterpene und Pyrrolizidinalkaloide. Letztere sind für die fachliche und regulatorische Einordnung relevant. Die Kombination aus Sesquiterpenlactonen, Polyphenolen und alkaloidischen Inhaltsstoffen macht die Art chemotaxonomisch interessant.
Traditionelle Anwendungen
Wasserdost wird seit dem Mittelalter in europäischen Kräuterbüchern beschrieben. Die Pflanze war wegen ihrer weiten Verbreitung an feuchten Standorten leicht verfügbar und erscheint in regionalen Kräutertraditionen. Pharmakognostische Standardwerke führen Eupatorii herba als traditionelle Wildpflanzendroge.
Aktuelle Forschung
Forschung untersucht Sesquiterpenlactone, Pyrrolizidinalkaloide, Flavonoide, Chemotaxonomie der Eupatorieae, Feuchtgebietsökologie, Bestäuberwert und genetische Beziehungen innerhalb der Asteraceae.
Quellen
- Wichtl M. Teedrogen und Phytopharmaka – Wasserdost
- Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis – Eupatorium cannabinum
- PubMed-Literatur zu Sesquiterpenlactonen und Pyrrolizidinalkaloiden von Eupatorium cannabinum
Hinweis
Die in diesem Pflanzenprofil dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus botanischen, phytochemischen, historischen und wissenschaftlichen Quellen zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Fachinformation und ersten Orientierung.
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