Botanisches Profil
Der HMPC-Kontext zu Harpagophyti radix umfasst Harpagophytum procumbens und/oder Harpagophytum zeyheri.
Harpagophytum procumbens ist eine südafrikanische Pedaliaceae-Art mit hakenförmigen Früchten. Rohstoffkundlich bedeutsam sind die getrockneten sekundären Speicherwurzeln, die durch Iridoidglykoside wie Harpagosid geprägt sind.
Harpagophytum procumbens ist eine kriechende, ausdauernde krautige Pflanze trockener Savannen- und Halbwüstenregionen des südlichen Afrikas. Die Pflanze besitzt Blätter, auffällige röhrenförmige Blüten und holzige Früchte mit langen gekrümmten Hakenfortsätzen. Der genutzte Rohstoff besteht nicht aus den Früchten, sondern aus sekundären Speicherwurzeln, die nach der Ernte in Scheiben geschnitten und getrocknet werden. Die primäre Pfahlwurzel bleibt bei nachhaltiger Ernte möglichst erhalten. Harpagophytum zeyheri ist eine verwandte Art, die in bestimmten Rohstoffkontexten ebenfalls vorkommt.
Phytochemie
Die Speicherwurzeln enthalten Iridoidglykoside, vor allem Harpagosid, Harpagid und Procumbid, daneben Phenylethanoidglykoside, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Zucker, Oligosaccharide und weitere Begleitstoffe. Harpagosid gilt als wichtiger analytischer Marker. Gehalt und Zusammensetzung hängen von Art, Herkunft, Wurzeltyp, Erntezeitpunkt, Trocknung, Lagerung und Extraktionsmittel ab. Der Rohstoff besitzt einen deutlich bitteren Geschmack, der mit iridoidreichen Fraktionen verbunden ist.
Traditionelle Anwendungen
Teufelskralle ist in den Trockengebieten des südlichen Afrikas ethnobotanisch dokumentiert. Die Speicherwurzeln wurden regional in bitteren Zubereitungen verwendet. Seit dem 20. Jahrhundert gelangte der Rohstoff zunehmend in die europäische Arzneipflanzenkunde und wurde dort vor allem als getrocknete Wurzel beziehungsweise standardisierter Extrakt beschrieben. Die auffälligen Hakenfrüchte prägten den Namen der Pflanze, sind aber nicht der verwendete Wurzelrohstoff.
Aktuelle Forschung
Die moderne Forschung behandelt Iridoidglykoside, insbesondere Harpagosid, entzündungsbezogene Modelle, Gelenk- und Bewegungsapparat-Kontexte, klinische Studien zu definierten Extrakten sowie Nachhaltigkeit der Wildsammlung. Europäische Monographien betrachten bestimmte Wurzelzubereitungen und Extrakte. Die Studienlage ist präparateabhängig; Harpagosidgehalt, Extraktionsmittel und Dosierung beeinflussen die Vergleichbarkeit.
Quellen
- Plants of the World Online: Harpagophytum procumbens; Royal Botanic Gardens, Kew.
- EMA/HMPC-Dokumente zu Harpagophytum procumbens und Harpagophytum zeyheri, radix.
- Fachliteratur zu Harpagosid und Teufelskralle-Extrakten.
Hinweis
Die in diesem Pflanzenprofil dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus botanischen, phytochemischen, historischen und wissenschaftlichen Quellen zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Fachinformation und ersten Orientierung.
Die Inhalte stellen keine Zusicherung bestimmter Eigenschaften, Wirkungen, Qualitäten oder Einsatzmöglichkeiten von Produkten oder Extrakten dar. Insbesondere begründen sie keine Garantie, Eignungszusage oder Aussage zur Verkehrsfähigkeit, Zulässigkeit oder Verwendbarkeit in konkreten Anwendungen oder Märkten.
Die Beurteilung der Eignung eines Rohstoffs oder Extrakts für einen bestimmten Verwendungszweck sowie die Einhaltung aller geltenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen obliegen ausschließlich dem jeweiligen Verwender.
