Botanisches Profil
Hinweis: Die aktuelle botanische Zuordnung lautet Salvia rosmarinus; Rosmarinus officinalis bleibt als historisches Synonym gebräuchlich.
Basilikum ist eine weltweit kultivierte Gewürz- und Aromapflanze mit ausgeprägter Chemotypenvielfalt.
Ocimum basilicum L. ist eine meist einjährige Pflanze mit verzweigten vierkantigen Stängeln, gegenständigen eiförmigen Blättern und kleinen weißen bis rosafarbenen Lippenblüten. Die Art stammt vermutlich aus tropischen und subtropischen Regionen Südasiens und wurde über Handelswege in den Mittelmeerraum, den Nahen Osten und nach Europa verbreitet. Innerhalb von Ocimum basilicum existieren zahlreiche Sorten und Kulturformen mit unterschiedlicher Blattfarbe, Blattform und Aromatik, etwa Genoveser Basilikum, Thai-Basilikum, Zitronenbasilikum und Purpurbasilikum.
Phytochemie
Basilikum zeigt eine ausgeprägte chemische Variabilität. Ätherische Öle können Linalool, Methylchavicol beziehungsweise Estragol, Eugenol, Methylcinnamat, Citral, 1,8-Cineol und weitere Terpene enthalten. Je nach Chemotyp entstehen blumige, anisartige, zitrische, nelkenartige oder würzige Aromaprofile. Daneben enthält Basilikum Rosmarinsäure, Kaffeesäurederivate, Flavonoide, Anthocyane bei rotlaubigen Sorten, Triterpene und Gerbstoffe. Die Gattung Ocimum ist ein wichtiges Forschungsfeld für Chemotaxonomie und Aromastoffbiosynthese.
Traditionelle Anwendungen
Basilikum besitzt eine mehrkontinentale Kulturgeschichte. In Südasien, im Mittelmeerraum und im Nahen Osten wurde die Pflanze als Garten-, Gewürz- und Kultpflanze geschätzt. In Europa erscheint Basilikum in Kräuterbüchern als aromatische Gartenpflanze, wobei die kulinarische Nutzung häufig im Vordergrund steht. Besonders die mediterrane Küche machte Basilikum zu einer der bedeutendsten Gewürzpflanzen der Welt.
Aktuelle Forschung
Aktuelle Forschung untersucht Chemotypen, Linalool-, Estragol-, Eugenol- und Citral-reiche Linien, genetische Grundlagen der Aromastoffbildung, Rosmarinsäure, Flavonoide, Anthocyane und agronomische Faktoren. Studien zu Licht, Nährstoffen, Erntezeitpunkt und kontrollierten Produktionssystemen sind wegen der weltweiten Kulturpflanzenbedeutung besonders relevant.
Quellen
- Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis – Ocimum basilicum
- Simon J.E. et al. Literatur zur Gattung Ocimum
- PubMed-Literatur zu Linalool-, Estragol-, Eugenol- und Citral-Chemotypen
Hinweis
Die in diesem Pflanzenprofil dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus botanischen, phytochemischen, historischen und wissenschaftlichen Quellen zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Fachinformation und ersten Orientierung.
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