Pflanzenprofil

Tulsi

Ocimum tenuiflorum L.

Deutscher NameTulsi
Botanischer NameOcimum tenuiflorum L.
FamilieLamiaceae

Botanisches Profil

Hinweis: Die aktuelle botanische Zuordnung lautet Salvia rosmarinus; Rosmarinus officinalis bleibt als historisches Synonym gebräuchlich.

Ocimum tenuiflorum ist eine aromatische Lamiaceae-Art, die als Tulsi oder Heiliges Basilikum bekannt ist. Verwendet werden vor allem Blatt und Kraut; Chemotypen, ätherisches Öl und phenolische Fraktionen bestimmen das Rohstoffprofil.

Ocimum tenuiflorum ist eine aromatische, krautige bis leicht verholzende Pflanze mit gegenständigen Blättern, vierkantigen Stängeln und typischen Lippenblüten. Die Art wird in Indien und vielen tropischen Regionen kultiviert und besitzt grünblättrige sowie purpurfarbene Formen. Die Blätter sind intensiv aromatisch und können je nach Chemotyp nelkenartig, warm-würzig, krautig, kampferartig oder leicht zitronig riechen. Botanisch gehört Tulsi zur Familie Lamiaceae und ist von Ocimum basilicum sowie anderen Basilikumarten zu unterscheiden.

Phytochemie

Tulsi enthält ätherisches Öl, Phenylpropanoide, Monoterpene, Sesquiterpene, Flavonoide, Rosmarinsäure, Cichoriensäure, Triterpene und weitere phenolische Begleitstoffe. Je nach Chemotyp können Eugenol, Methylchavicol, Linalool, Methyl-eugenol, Caryophyllen, 1,8-Cineol und andere flüchtige Komponenten dominieren. Wässrige oder hydroalkoholische Blattextrakte enthalten stärker polare phenolische Komponenten, während ätherisches Öl ein konzentriertes flüchtiges Profil besitzt.

Traditionelle Anwendungen

Tulsi hat in der indischen Kultur und im Ayurveda eine herausragende Bedeutung. Die Pflanze wird in Haushalten, Tempelgärten und traditionellen Zubereitungen kultiviert und als aromatisches Kraut geschätzt. Blätter werden für Kräutertees, Gewürzzubereitungen und rituelle Kontexte verwendet. Die traditionelle Bedeutung umfasst religiöse, kulturelle, kulinarische und kräuterkundliche Dimensionen.

Aktuelle Forschung

Die Forschung zu Ocimum tenuiflorum behandelt ätherische Öle, Chemotypen, phenolische Säuren, Flavonoide, antioxidative Testsysteme, antimikrobielle Modelle, Stress- und Stoffwechselmodelle sowie agronomische Variabilität. Studien unterscheiden häufig nicht ausreichend zwischen Chemotypen, was die Vergleichbarkeit einschränkt. Ergebnisse aus ätherischem Öl, isolierten Inhaltsstoffen oder hochkonzentrierten Extrakten dürfen nicht unmittelbar auf Tulsi-Tee oder getrocknetes Kraut übertragen werden.

Quellen

  • Plants of the World Online: Ocimum tenuiflorum L.; Royal Botanic Gardens, Kew.
  • Fachliteratur zu Ocimum tenuiflorum, Tulsi-Chemotypen und ätherischem Öl.
  • Ayurvedische und ethnobotanische Fachliteratur zu Tulsi.

Hinweis

Die in diesem Pflanzenprofil dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus botanischen, phytochemischen, historischen und wissenschaftlichen Quellen zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Fachinformation und ersten Orientierung.

Die Inhalte stellen keine Zusicherung bestimmter Eigenschaften, Wirkungen, Qualitäten oder Einsatzmöglichkeiten von Produkten oder Extrakten dar. Insbesondere begründen sie keine Garantie, Eignungszusage oder Aussage zur Verkehrsfähigkeit, Zulässigkeit oder Verwendbarkeit in konkreten Anwendungen oder Märkten.

Die Beurteilung der Eignung eines Rohstoffs oder Extrakts für einen bestimmten Verwendungszweck sowie die Einhaltung aller geltenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen obliegen ausschließlich dem jeweiligen Verwender.