Pflanzenprofil

Quendel

Thymus serpyllum L.

Deutscher NameQuendel
Botanischer NameThymus serpyllum L.
FamilieLamiaceae

Botanisches Profil

Hinweis: Die aktuelle botanische Zuordnung lautet Salvia rosmarinus; Rosmarinus officinalis bleibt als historisches Synonym gebräuchlich.

Hinweis: Quendel umfasst mehrere nahe verwandte Thymus-Taxa und sollte nicht mit Echtem Thymian gleichgesetzt werden.

Thymus serpyllum bezeichnet den Quendel beziehungsweise Feldthymian im engeren Sinne, eine niedrig wachsende, aromatische Lamiaceae-Art. Als Rohstoff ist das blühende Kraut bedeutsam; es ist von Thymus vulgaris und anderen Thymian-Arten sowie von artenreichen Quendel-Sammelkomplexen zu unterscheiden.

Thymus serpyllum L. ist eine niedrig wachsende, kriechende bis aufsteigende, aromatische Pflanze der Familie Lamiaceae. Sie bildet verholzende, teppichartige Sprosse, kleine gegenständige Blätter und dichte, rosa bis purpurfarbene Blütenstände. Die Pflanze wächst auf mageren, sonnigen, sandigen oder steinigen Standorten, in Trockenrasen, Heiden und offenen Waldsäumen. Wie andere Lamiaceae besitzt sie Drüsenhaare, in denen ätherisches Öl gebildet wird. In der Praxis wird der Name Quendel teilweise für verschiedene wildwachsende Thymus-Arten oder Sammelherkünfte verwendet; eine präzise botanische Identifikation ist daher wesentlich. Der Rohstoff besteht typischerweise aus blühendem Kraut mit Blättern, Blüten und dünnen Sprossanteilen.

Phytochemie

Quendelkraut enthält ätherisches Öl, phenolische Monoterpene, Monoterpenalkohole, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Rosmarinsäure, Gerbstoffe und weitere Lamiaceae-typische Begleitstoffe. Das ätherische Öl kann je nach Herkunft und Chemotyp unterschiedliche Anteile an Thymol, Carvacrol, Linalool, Geraniol, p-Cymen, gamma-Terpinen und weiteren Terpenen enthalten. Im Vergleich zu kultiviertem Thymus vulgaris sind Wildherkünfte häufig variabler. Rosmarinsäure und andere phenolische Verbindungen tragen zur adstringierend-herben und antioxidativ untersuchten Fraktion bei. Sensorisch zeigt Quendel ein warm-aromatisches, thymianartiges, teils blumig-wildes Profil. Gehalte und Zusammensetzung schwanken stark nach Artabgrenzung, Standort, Erntezeitpunkt, Trocknung und Lagerung.

Traditionelle Anwendungen

Quendel ist in der europäischen Kräutertradition als wildwachsender Thymian bekannt und wurde als aromatisches Kraut in Küche, Hauskräuterkunde, Kräutertees und bäuerlichen Zubereitungen verwendet. Sein warm-würziger Geruch und Geschmack machten ihn zu einem typischen Bestandteil aromatischer Kräutermischungen. In der Volkskunde wurde Quendel häufig ähnlich wie Thymian wahrgenommen, zugleich aber als wildes, regional gesammeltes Kraut mit eigener sensorischer Qualität geschätzt. Die traditionelle Nutzung bezieht sich vor allem auf das blühende Kraut. Historische Angaben sind von modernen produktbezogenen Aussagen zu trennen und hängen stark von der botanischen Genauigkeit der jeweiligen Quelle ab.

Aktuelle Forschung

Forschung zu Thymus serpyllum behandelt vor allem ätherisches Öl, Chemotypen, antimikrobielle In-vitro-Modelle, antioxidative Testsysteme und phenolische Begleitstoffe. Da Quendelrohstoffe in der Praxis taxonomisch heterogen sein können, ist die eindeutige Artbestimmung ein zentrales Forschungsthema. Viele Daten zu Thymian werden aus Thymus vulgaris abgeleitet und dürfen nicht automatisch auf Thymus serpyllum übertragen werden. Untersuchungen zeigen, dass Standort, Entwicklungsstadium und Trocknung die Ölzusammensetzung deutlich beeinflussen können. Für Extrakte und ätherische Ölfraktionen ist die analytische Charakterisierung der Terpenprofile wesentlich, insbesondere bei phenolreichen Chemotypen.

Quellen

  • Plants of the World Online: Thymus serpyllum L.; Royal Botanic Gardens, Kew.
  • Standardwerke zu Serpylli herba, Thymi herba und Lamiaceae-Ätherischölpflanzen.
  • Übersichts- und Analyseliteratur zu Thymus serpyllum, ätherischem Öl, Rosmarinsäure und Chemotypen.

Hinweis

Die in diesem Pflanzenprofil dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus botanischen, phytochemischen, historischen und wissenschaftlichen Quellen zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Fachinformation und ersten Orientierung.

Die Inhalte stellen keine Zusicherung bestimmter Eigenschaften, Wirkungen, Qualitäten oder Einsatzmöglichkeiten von Produkten oder Extrakten dar. Insbesondere begründen sie keine Garantie, Eignungszusage oder Aussage zur Verkehrsfähigkeit, Zulässigkeit oder Verwendbarkeit in konkreten Anwendungen oder Märkten.

Die Beurteilung der Eignung eines Rohstoffs oder Extrakts für einen bestimmten Verwendungszweck sowie die Einhaltung aller geltenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen obliegen ausschließlich dem jeweiligen Verwender.