Pflanzenprofil

Echter Thymian

Thymus vulgaris L.

Deutscher NameEchter Thymian
Botanischer NameThymus vulgaris L.
FamilieLamiaceae

Botanisches Profil

Hinweis: Die aktuelle botanische Zuordnung lautet Salvia rosmarinus; Rosmarinus officinalis bleibt als historisches Synonym gebräuchlich.

Hinweis zur Monographiedefinition: Monographische Drogenkontexte können sowohl Thymus vulgaris als auch Thymus zygis umfassen; artspezifische Aussagen sind entsprechend einzuordnen.

Echter Thymian ist eine der bekanntesten mediterranen Arznei- und Gewürzpflanzen. Verwendet wird vor allem das blühende Kraut, Thymi herba, sowie das ätherische Öl.

Thymus vulgaris L. ist ein ausdauernder, stark verzweigter Halbstrauch mit kleinen gegenständigen Blättern und rosa bis violetten Lippenblüten. Die Pflanze wächst an trockenen, sonnigen, kalkreichen Standorten des Mittelmeerraums und wird weltweit kultiviert. Die Gattung Thymus umfasst zahlreiche Arten und Chemotypen; Thymus vulgaris gilt als pharmakognostische Referenzart.

Phytochemie

Thymian enthält ätherisches Öl mit Thymol, Carvacrol, p-Cymen, γ-Terpinen, Linalool und weiteren Monoterpenen. Thymol- und Carvacrol-Chemotypen sind besonders bekannt. Daneben enthält die Droge Flavonoide, Apigenin- und Luteolinderivate, Rosmarinsäure, Kaffeesäurederivate, Triterpene und Gerbstoffe. Die Qualitätskontrolle nutzt chromatographische Verfahren zur Bestimmung charakteristischer Ölbestandteile.

Traditionelle Anwendungen

Thymian besitzt eine lange antike und mediterrane Nutzungsgeschichte. Er wurde in Klostergärten und Kräuterbüchern Europas fest verankert und ist zugleich ein klassisches Gewürz der südeuropäischen Küche. EMA/HMPC, WHO, ESCOP und Europäische Pharmakopöe führen Thymi herba und Thymi aetheroleum als dokumentierte Drogenkontexte.

Aktuelle Forschung

Forschung zu Thymian behandelt Chemotypenvielfalt, Biosynthese ätherischer Öle, Thymol, Carvacrol, Linalool, Rosmarinsäure und agronomische Einflüsse auf Ölqualität. Die Gattung Thymus ist ein wichtiges Modell für chemotaxonomische und naturstoffchemische Studien aromatischer Lamiaceae.

Quellen

  • {'typ': 'EMA/HMPC', 'titel': 'European Union herbal monograph on Thymus vulgaris L. and Thymus zygis L., herba'}
  • {'typ': 'EMA/HMPC', 'titel': 'European Union herbal monograph on Thymus vulgaris L. and Thymus zygis L., aetheroleum'}
  • {'typ': 'WHO', 'titel': 'WHO Monographs on Selected Medicinal Plants – Thymi herba'}
  • {'typ': 'ESCOP', 'titel': 'ESCOP Monographs – Thymus vulgaris'}
  • {'typ': 'Europäische Pharmakopöe', 'titel': 'Thymi herba / Thymi aetheroleum'}
  • {'typ': 'Standardwerk', 'titel': 'Stahl-Biskup E., Sáez F. Thyme – The Genus Thymus'}

Hinweis

Die in diesem Pflanzenprofil dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus botanischen, phytochemischen, historischen und wissenschaftlichen Quellen zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Fachinformation und ersten Orientierung.

Die Inhalte stellen keine Zusicherung bestimmter Eigenschaften, Wirkungen, Qualitäten oder Einsatzmöglichkeiten von Produkten oder Extrakten dar. Insbesondere begründen sie keine Garantie, Eignungszusage oder Aussage zur Verkehrsfähigkeit, Zulässigkeit oder Verwendbarkeit in konkreten Anwendungen oder Märkten.

Die Beurteilung der Eignung eines Rohstoffs oder Extrakts für einen bestimmten Verwendungszweck sowie die Einhaltung aller geltenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen obliegen ausschließlich dem jeweiligen Verwender.