Pflanzenprofil

Rotklee

Trifolium pratense L.

Deutscher NameRotklee
Botanischer NameTrifolium pratense L.
FamilieFabaceae

Botanisches Profil

Trifolium pratense ist eine Kleeart der Fabaceae mit purpurroten Blütenköpfchen. Die Art ist als Futterpflanze, Grünlandart und isoflavonreicher Pflanzenrohstoff bekannt.

Trifolium pratense L. ist eine krautige Leguminose mit dreizähligen Blättern, häufig heller Blattzeichnung und dicht kugeligen bis eiförmigen, purpurroten Blütenständen. Die Pflanze wird in Wiesen, Weiden, Kleegrasbeständen und als Futterpflanze kultiviert. Wie andere Fabaceae kann Rotklee in Symbiose mit Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden und zur Bodenfruchtbarkeit beitragen. Als Pflanzenrohstoff werden vor allem blühendes Kraut oder Blütenköpfchen mit angrenzenden Blatt- und Stängelanteilen betrachtet. Die Art ist von Weißklee, Luzerne und anderen Fabaceae-Rohstoffen abzugrenzen.

Phytochemie

Rotklee enthält Isoflavone, darunter Formononetin, Biochanin A, Daidzein und Genistein sowie deren Glykoside und Malonylglykoside. Daneben kommen Flavonoide, Phenolcarbonsäuren, Saponine, Mineralstoffe, Proteine und Faserstoffe vor. Die Isoflavonprofile hängen von Sorte, Entwicklungsstadium, Pflanzenteil, Trocknung, Fermentation und Extraktion ab. Für Extrakte sind Gesamtisoflavongehalt, Verhältnis der einzelnen Isoflavone, Umwandlung von Glykosiden zu Aglykonen und Stabilität während Verarbeitung und Lagerung relevant.

Traditionelle Anwendungen

Rotklee ist in Europa und Nordamerika vor allem als Futter-, Wiesen- und Bodenverbesserungspflanze bekannt. In der Volkskräuterkunde wurden blühende Pflanzenteile auch als Bestandteil von Kräutertees und einfachen Hauszubereitungen beschrieben. Landwirtschaftlich war Rotklee wegen Stickstoffbindung, Eiweißgehalt und Eignung für Kleegraswirtschaft bedeutsam. In neuerer Zeit rückte Rotklee zusätzlich als Isoflavonquelle in den Fokus. Die traditionelle Rolle als Wiesenpflanze ist von konzentrierten isoflavonreichen Extrakten deutlich zu unterscheiden.

Aktuelle Forschung

Die Forschung behandelt Isoflavone, Phytoöstrogenmodelle, Extraktstandardisierung, Agronomie, Futterwert, Silagequalität und Biodiversitätsaspekte. Humanbezogene Studien untersuchen vor allem standardisierte Isoflavonextrakte in spezifischen Fragestellungen, wobei Datenlage und Ergebnisse je nach Präparat, Dosis und Population variieren. Experimentelle Arbeiten behandeln Rezeptorbindung, Metabolismus, Darmmikrobiota und Umwandlung zu Equol. Die Bewertung hängt stark davon ab, ob krautige Rohstoffe oder konzentrierte Extrakte betrachtet werden.

Quellen

  • Plants of the World Online: Trifolium pratense L.; Royal Botanic Gardens, Kew.
  • Übersichtsarbeiten zu Rotklee-Isoflavonen.
  • Agronomische Fachliteratur zu Trifolium pratense.

Hinweis

Die in diesem Pflanzenprofil dargestellten Informationen wurden nach bestem Wissen und Gewissen aus botanischen, phytochemischen, historischen und wissenschaftlichen Quellen zusammengestellt. Sie dienen ausschließlich der allgemeinen Fachinformation und ersten Orientierung.

Die Inhalte stellen keine Zusicherung bestimmter Eigenschaften, Wirkungen, Qualitäten oder Einsatzmöglichkeiten von Produkten oder Extrakten dar. Insbesondere begründen sie keine Garantie, Eignungszusage oder Aussage zur Verkehrsfähigkeit, Zulässigkeit oder Verwendbarkeit in konkreten Anwendungen oder Märkten.

Die Beurteilung der Eignung eines Rohstoffs oder Extrakts für einen bestimmten Verwendungszweck sowie die Einhaltung aller geltenden rechtlichen und regulatorischen Anforderungen obliegen ausschließlich dem jeweiligen Verwender.